Publik

Museum

Nachkoloniale Entwicklung

Eritrea – 30 Jahre unabhängig? Sozialerbe zwischen lokaler und internationaler Politik

/ [Einführung zum internationalen Vergleich. Katalog zur Sammlung 1992-2021]

Eritrea – 30 Years of Independance? Social Inheritance continued

/[Common Perspectives]

/Wolfgang Zaschke

Köln: Nippes Museum, 2021 ISBN 978-3-9808826-6-8

© 2021 Jugendhilfe und Schule e.V.

Die internationale Zusammenarbeit mit Eritrea ist auch 30 Jahre nach der Unabhängigkeit getrübt durch eine anhaltende Fluchtbewegung, die internationale Verurteilung als autori­täres Regime und Sanktionen durch UNO und EU. Der außenpolitische Konflikt beein­flusst den Umgang mit eritreischen Flüchtlingen bei der kommunalen Eingliederung in Deutschland. Er steht unvermittelt neben postkolonialen Projekten zu Afrika, die sich mit Fragen der Restitution befassen und dem Engagement für die entwicklungspolitische Bil­dungsarbeit. Ergibt sich ein anderes Bild des Konflikts, wenn man nach der gesell­schaft­lichen Basis für Demokratie und Entwicklung jenseits der Kooperation von Eliten fragt? Und wie steht es um die soziale Basis für Integration und Kooperation in Deutschland?

Faltblatt Eritrea 2021

 

Demokratie Türkei / Deutschland

INHALT

EDITORIAL

Potentiale einer demokratischen Schule in der Türkei und in 
Deutschland.

Die Sammlung Ankara im Nippes Museum 7

FLUCHTPUNKT WOHLFAHRTSSTAAT

Bildungssteuerung in der Türkei und in Deutschland

Einführung zum internationalen Vergleich 9

1. Versachlichung durch internationalen Vergleich 11

2. Internationale Steuerung und soziale Mobilisierung 15

3. Konvergenz und Differenz im Ländervergleich 18

4. Perspektive Wohlfahrtsstaat? 24

5. Generative Themen von Schülern und Lehrkräften 28

6. Heuristik und Methoden 38

KATALOG

ANKARA

Berufsgymnasium 49

Imam Hatip Gymnasium 79

Anadolu-Gymnasium 95

Mittelschule 121

Vorschule 153

KÖLN

Berufsschule 167

Gesamtschule 181

Realschule 207

Gymnasium 227

LEHRKRÄFTE

Erzieherinnen Gazi - Universität Ankara 239

Deutschlehrerinnen Gazi - Universität 240

Deutschlehrer Anadolu Gymnasium 241

Vorsitzender Lehrerverein EĞİT-DER - Türkei 242

Erzieherinnen Nippes Museum 244

Lehramtsanwärter Fachseminar Türkisch Köln 246

Auszug: Einführung zum internationalen Vergleich

Fluchtpunkt Wohlfahrtsstaat
Bildungssteuerung in der Türkei und in Deutschland

Eine Einführung zum internationalen Vergleich

Die Schulentwicklung in der Türkei ist geprägt vom Ausbau der vorschulischen Erziehung und der Berufsgymnasien, Ausweitung der Schulpflicht von 5 auf 12 Jahre, Rückgang von Analphabetismus, verbesserten Laufbahnen der Mädchen und zunehmender Akademisierung. In Deutschland konzentriert sich die Entwicklung auf den Ausbau der Kleinkinderziehung, von Ganztagsschule und Inklusion. In beiden Ländern wachsen die Ansprüche auf soziale Öffnung der Schulen, Höherqualifizierung und Chancengleichheit in allen Schichten. Der Legitimationsbedarf der Bildungspolitik wird verstärkt durch internationale Rankings und Expertisen. Beide Länder stehen nebeneinander auf dem Prüfstand der mit unterschiedlicher Richtung von allen internationalen Organisationen beanspruchten globalen Steuerung.

Hier knüpft das Projekt einer gemeinsamen Sammlung von narrativen Texten und Bildern mit Schülern und Lehrkräften aus Köln und Ankara an. Wird die internationale Standardisierung von Bildungspolitik in der Praxis akzeptiert und woher bezieht sie ihre Berechtigung? Welche Zugänge bieten sich an, demokratische Ansprüche der Akteure zu entdecken und in den Politikfeldanalysen zu berücksichtigen?

Im Ländervergleich werden Bildungsreformen als öffentliche Aufgaben und in ihrer Funktion für die nationale Wirtschafts-, Arbeitsmarkt-, Migrations- und Armutspolitik zum Thema. Dieser hat es mit Innenpolitik zu tun und erinnert daran, dass Bildungspolitik in ein sozialstaatliches Netzwerk eingebettet ist. Demokratische Legitimation der Fachpolitik verlangt Transparenz ihrer Verflechtung und Wirkung in diesem Kontext. Für den Vergleich bedeutet dies einen Perspektivenwechsel von der Pädagogik auf die Politikverflechtung, der hilft die Ansprüche und Strategien globaler Bildungssteuerung und ihre pädagogische Rechtfertigung zu hinterfragen: Sind die Potentiale demokratischer Bildung in der Türkei geringer als in Deutschland, wenn man sie an ihrer sozialstaatlichen Funktion statt an den internationalen Rankings oder den wechselnden Türkeibildern in der deutschen Öffentlichkeit misst? Einiges spricht dafür, dass sie nicht geringer sind. Führt die rasche Übernahme internationaler Standards und Reformmodelle in Deutschland zu besserer Bildungsbeteiligung und gerechter Verteilung der Chancen? Einiges spricht dafür, dass eine defensive Umsetzung und Abwehr von Privatisierung, wie sie in der Türkei zu beobachten ist, auch Vorteile verspricht.

Solche Fragen erscheinen sinnvoll, da realistische und demokratische Steuerungsmodelle langfristig nicht an den Akteuren und Subjekten vorbei umzusetzen sind. Die Umbrüche, Suchbewegungen und Kehrtwendungen der Bildungspolitik in Deutschland, das oft thematisierte Demokratiedefizit und teilweise Scheitern der EU im Bolognaprozess, die Vorbereitung eines Freihandelsabkommens zu Sozial- und Bildungsdiensten (TISA) stellen die Realisierung demokratischer Bildung nicht weniger in Frage als die Staatskrise mit massenhaften Entlassungen und möglichen Umbrüchen im Bildungswesen der Türkei.

Die Frage nach inneren, subjektiven, fachlichen Potentialen einer demokratischen Schule erscheint nachrangig gegenüber umfassenden Schulreformen und einer internationalen Steuerung, die an der Souveränität nationaler Sozial-, Wirtschafts- und Bildungspolitik rüttelt. Aber es ist auch damit zu rechnen, dass eben diese sozialen Potentiale langfristig wirken. Zu ihnen gehören die Orientierung an Wettbewerb und Individualisierung, aber auch soziale Ansprüche, Kontinuität von Familien und fachliches Interesse an Bildung und Arbeit. Internationale Vergleiche zu Außenpolitik und Menschenrechtspolitik besitzen ihre eigene Berechtigung und ihre eigenen Gesetze. Aber sie stoßen an gesellschaftspolitische Grenzen. Frieden, Kooperation und Demokratie hängen von sozialem Ausgleich und sachlich realisierbaren, lokalen und nationalen Lösungen ab, wie es sich etwa bei der so genannten Flüchtlingskrise 2015 / 16 zeigte. Die Notwendigkeit einer Deeskalation und Versachlichung der internationalen Beziehungen unterstreicht nicht zuletzt die rasche beiderseitige Rückkopplung zwischen nationalistischen Tendenzen im eigenen und jeweils anderen Land. Die Erweiterung des Ländervergleichs um die alltäglichen, fachlichen Perspektiven in der Praxis von Lehrkräften und Schülern verweist auf die Möglichkeit einer solchen Heuristik der Entspannung.

Das Projekt verbindet eine langfristige Intervention zur Begegnung und Diskussion in der sozialen Praxis mit der Exploration von Potentialen demokratischer Bildung auf Seiten der Schüler und in der Professionsauffassung von Lehrkräften in beiden Ländern. Die Exponate in Ausstellung und Katalog bieten Anschlüsse und Vergleichsmöglichkeiten für alltägliche, fachliche, professionelle und politische Diskurse.

Die Einführung skizziert den Kontext der internationalen Bildungssteuerung und plädiert für eine Versachlichung des Ländervergleichs Türkei – Deutschland durch eine sozialstaatliche Perspektive (1. Versachlichung durch internationalen Vergleich). Die Verbindung hybrider Reformen mit taktischen Formen sozialer Mobilisierung erzeugt in beiden Ländern neue Aufgaben demokratischer Legitimation (2. Internationale Steuerung und soziale Mobilisierung). Beim institutionellen Vergleich der nationalen Schulreformen zeigen sich neben historischen Unterschieden auch teilweise Angleichung, Konvergenz der sozialen Schichtung und verschiedene, dem Durchgriff der internationalen Steuerung entgegen wirkende Tendenzen (3. Konvergenz und Differenz im Ländervergleich). In beiden Ländern ist ein quantitativer Ausbau und nicht ein Niedergang des Wohlfahrtsstaates festzustellen, wohl aber ökonomische und politische Grenzen seiner Legitimation durch hybride Reformen, gemischtwirtschaftliche Finanzierung, korporative Willensbildung und die damit verbundenen Effekte für die Sozial- und Privilegienstruktur (4. Perspektive Wohlfahrtsstaat). Für Kontinuität und teilweise Konvergenz sprechen trotz aller bildungs-, innen- und außenpolitischen Turbulenzen die subjektiven Ressourcen der Akteure (5. Generative Themen von Schülern und Lehrkräften). Zu warnen bleibt vor direkten Ableitungen oder Kurzschlüssen der Akteursperspektive mit Tagespolitik und akademischer Diskussion (6. Heuristik und Methoden).

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Zitierweise:
Potentiale einer demokratischen Schule in der Türkei und in
Deutschland. Internationale Bildungssteuerung im Kontext
generativer Themen von Schülern und Lehrkräften/ [Fluchtpunkt Wohlfahrtsstaat: Einführung und Katalog]
Democratic Education in Turkey and Germany. Global Prospects of
Educational Government in the View of Students and Teachers/ [Common Perspectives on Education in the Welfare State: Essay and Catalogue]
/Wolfgang Zaschke

Köln: Nippes Museum 2017

ISBN 978-3-9808826-4-4

© 2017 Jugendhilfe und Schule e.V.

Nippes Museum Köln – Träger: Jugendhilfe und Schule e.V. Kempener Str. 95 – 50733 Köln

Telefon / Fax: 0049 221 727275

 
 

Türkischsprachige Ausgabe

BeilageTD

Türkiye ve Almanya’da Demokratik Eğitimin Potansiyeli.

Uluslararası Ölçekte Yönetilen ve Öğrencilerle Öğretmenler Açısından Değerlendirilen Konular/Kaçış Noktası Refah Devleti: Giriş ve Derleme

/Wolfgang Zaschke

Köln: Nippes Museum 2018

ISBN 978-3-9808826-5-1

Kommunale Sozialpolitik

Jugendhilfe und Schule

Seite1 aus Schule1https://www.vielfalt-mediathek.de/material/schule-sozial-zivil-interkulturell  
   

Interkulturelle Öffnung der Bildungsberufe

Expertise für die Euregio Rhein-Maas

Inklusion

Symposion Förderschule

Das in diesem Buch dokumentierte Symposion „Fluchtpunkt Sonderschule“ untersucht die Gründe der Überrepräsentation ausländischer Kinder in den Förderschulen für Lernbehinderte, die spezifische Verantwortung der am Förderschulverfahren beteiligten Berufsgruppen und Institutionen sowie Chancen seiner Humanisierung durch die kommunale Jugendhilfe. Die Überrepräsentation der ausländischen Kinder verweist auf ein fortbestehendes Legitimationsproblem staatlich geregelter Plazierung in Schule und Beruf. Plazierung der Kinder im Schulsystem wird im Streitfall durch staatlichen Eingriff entschieden, der das Grundrecht auf freie Schul- und Berufswahl einschränkt und im Fall der Förderschuleinweisung bis zur Zwangseinweisung geht. Die Ausgestaltung des Eingriffs entscheidet über die an Regelschulen zulässige Auslese und beeinflusst dadurch maßgebliche Lernbedingungen im Zentrum des Schulsystems. Im Zusammenspiel mit einer nur bedingt freien Schulformwahl im Übergang zur Sekundarstufe und dem Institut des Rückverweises von Gymnasium oder Realschule zu Haupt- und Gesamtschule wirken die Feststellung von Förderbedarf oder auch die Einweisung in die Förderschule als maßgebliches Regulativ für Unterrichtsqualität und Integrationsbereitschaft an allen Schulen. Die Beiträge in diesem Band beleuchten die Sichtweise einer Auslandsvertretung, der Pädagogik und der Praxis sowie des Rechtsstaats. Sie bleiben, ebenso wie die Dokumente zum Förderschulverfahren auch nach Ausweitung des gemeinsamen Unterrichts und Beginn eines inklusiven Umbaus der Schulen aktuell, v.a. dann, wenn in der Umsetzung von Inklusion die gleichen sonderpädagogischen Konzepte und Testverfahren angewandt werden, wie zur Zeit der dokumentierten Veranstaltung.

Alt und Jung als interkulturelles Projekt

Projekt Analysen Führung Ausstellung Alt/Jung

Ein Zusammenhang zwischen Sozialabbau, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit wird zwar häufig behauptet und auch strukturell begründet. Trotzdem gehen Maßnahmen gegen Fremdenfeindlichkeit an den Akteuren oder Subjekten vorbei, die einen Einstellungswandel durch symbolische Maßnahmen, Toleranzwerbung und Antidiskriminierung versuchen.

Das  Museums- und Sozialprojekt „Alt und Jung“ versucht, eine interaktive und indirekte Brücke zwischen Analyse, sozialer Praxis und politischer Diskussion zu schlagen. Die subjektive Perspektive der Adressaten legt einige unerwartete und subtile Wechselwirkungen zwischen politischer Bildung, Berufsauffassungen und aktiver Bürgerschaft frei, die dabei helfen können, qualitative Standards für Jugend- und Altenhilfe sowie für Maßnahmen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen oder auch – was heute wirklich modern wäre – zu bewahren.

Das Begleitbuch zur Sammlung richtet sich an Laien, Fachkräfte und Politik. Es umfaßt neben der Einführung (1. Die Normalität von Alt und Jung) eine Museumsführung (2. Ein Gang durch die Ausstellung), die Doku¬mentation der Wanderausstellung ‘Alt und Jung’ (3. Katalog), einen Praxisleitfaden in Form von Besprechungsprotokollen (4. ‘Alt und Jung’ in der Praxis), ein historisches Lesebuch (5. Der andere Lebenslauf) und einen Ausblick aus der Sicht von Praktikern und Mediateuren (6. Das gemeinsame Dritte). Neben den Chancen der alters- und generationsübergreifenden Begegnung für Jugend-, Altenhilfe und Migrationssozialarbeit werden abschließend auch die Grenzen der interkulturellen Öffnung aus der Perspektive der Politikfeldanalyse zur Diskussion gestellt (7. ‘Alt und Jung’ in der Diskussion).

Interkulturelle Zentren Köln

Seite1 aus Wahlprüfsteine und Stellungnahme des AKZ am 10_9_2014end mit VortragThesenAKZentrenKommunalwahl2014_ Seiten aus 2010ZentrenGesamt_S1Interkulturelle Zentren Köln 2011
Seite1 aus Migrant_Verein_hochIKZ – ABC der Integration 2004 Seite1 IKZ 2002Kölner Zentren Profil 2002

Auszüge und Modellberichte Bundesjugendplan und Demokratie Leben zum Download oder Verleih in der IDA-Mediathek

Öffnung der Bildungsberufe, Generationsbegegnung, Politische Bildung, Fluchtpunkt Sonderschule  und Generationsbegegnung als interkulturelles Projekt

https://www.vielfalt-mediathek.de/wp-content/uploads/2020/12/schule_komplett_a4.pdf

https://www.vielfalt-mediathek.de/material/alt-und-jung-dialog-der-generationen-als-interkulturelles-projekt

https://www.vielfalt-mediathek.de/material/fluchtpunkt-sonderschule-gibt-es-alternativen-zur-abschiebung-von-migrantenkindern-in-die-sonderschule_

https://www.vielfalt-mediathek.de/material/politische-bildung-als-kommunale-aufgabe-die-perspektive-von-schuelern-fachkraeften-und-interkulturellen-mediateuren-arbeitspapier-zum-workshop-abschottung-von-muslimen-durch-generalisierte-islamkriti

https://www.vielfalt-mediathek.de/material/workshop-zusammenarbeit-von-jugendhilfe-und-schule-chance-oder-risiko-der-interkulturellen-paedagogik-entimon-fachtagung-frankfurt-2005

https://www.vielfalt-mediathek.de/material/bildung-in-geschichten-lesung-zur-eroeffnungsveranstaltung-der-interkulturellen-woche-2002

https://www.vielfalt-mediathek.de/material/gut-angekommen-migrantenkinder-in-der-schule-als-lehrer-dokumentation-lehrergruppe-mai-2005-bis-februar-2007

Entwicklung

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